Der Reitertonnenbund Prerow e. V.                                          
                                                    Ein Verein mit langer Tradition  

 

 

Seit Jahrhunderten wird dieser alte Brauch, dessen Ursprung bis heute nicht eindeutig geklärt ist, in allen Orten auf Fischland-Darß durchgeführt und in Ehren gehalten. Der reiterliche Wettstreit, auf dessen Ablauf hier wohl kaum näher eingegangen werden muss, liefert Teilnehmern wie Zuschauern unterhaltsame Spannung und manchmal auch Amüsantes.

Wie viele andere Vereine früherer Zeit besaß der Tonnenbund ein Vereinslokal. Da mitunter mehrere Gastwirte dem Verein angehörten, gab es oft verschiedene Interessenten für die Austragung des Festes. So wechselten die Abschlagsorte in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts zwischen Grossers „Zentral Hotel“ in der Bergstraße und „Mührckes Hotel“ (später Helgoland) in der Langen Straße, hin und her. Neben dem Tonnenabschlagen, das in unmittelbarer Nähe des Gasthauses ausgetragen wurde, fanden dort auch viele andere Veranstaltungen des Tonnenbundes statt.

 
 

Der Prerower Tonnenbund blickt in seiner abwechslungsreichen Vereinsgeschichte auf einige Neugründungen zurück. So gründeten die aktiven Reiter am 19. Mai 1913 den Prerower „Tonnenreiterbund“. Der Ausbruch des I. Weltkrieges im August 1914 hatte gleich eine lange Pause zur Folge. Diese währte, abgesehen von einem Tonnenfest im Jahre 1921, bis zum 7. Juli 1924. Von nun an nahm das Tonnenabschlagen wieder seinen festen Platz zwischen den vielen anderen Vereinsfesten in Prerow ein.
Drei Jahre später entschlossen sich die Mitglieder des noch bestehenden Vereins zu einer Neugründung: „Zu Sonntag Abend hatte der alte Tonnenbund eine Versammlung in Mührckes Hotel einberufen, zwecks Gründung eines „Reitervereins“. Die Versammlung wurde eröffnet und geleitet von Friedrich Groth jr. Der Vereinssatzung wurden die Statuten des Reitervereins Richtenberg zugrunde gelegt, die von dem Amtsvorsteher auf die hiesigen Verhältnisse umgearbeitet wurden.
 

 

Die Satzung wurde eingehend besprochen und mit geringen Änderungen der Vorlage angenommen. Inzwischen hatten sich 27 Herren in die umlaufende Liste als Mitglieder eingetragen. Der Versammlungsleiter stellte fest, dass somit der „Reiterverein Prerow“ gegründet sei. Die nun folgende Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzender Otto Fründt, stellv. Paul Jahnke, Kassenführer Wilhelm Lemke, stellv. Fritz Kraeft II, Schriftführer Paul Schefuß, stellv. Friedrich Groth jr., Hauptmann Paul Komstke, Beisitzer Hermann Fabritz und Fritz Kraeft I. Als Fahnenträger wurde gewählt Hans Blaschke und als Vereinsbote wurde Erich Möller bestellt.“ (Barther Zeitung Nr. 156, vom 07.07.1927)

     

Im Jahr darauf verlagerte der Tonnenbund seine Hauptveranstaltung von Pfingsten in die Hochsaison. Schon damals trugen die Reiter ihre blauweißen Mützen und Schärpen. Der Hauptmann Paul Komstke ritt in schwarzer Weste. Da kein Dreispitz mit Federbusch beschafft werden konnte, trug er während des Umzugs einen Zylinder.
 

Das letzte Tonnenfest vor dem II. Weltkrieg wurde 1934 auf der Festwiese hinter dem „Zentral Hotel“ ausgetragen. Erst 20 Jahre später formierte sich ein neuer Verein. Zu dieser Zeit fand das Tonnenabschlagen immer in der Grünen Straße statt.
Trotz vieler Schwierigkeiten, zu denen auch der Mangel an Pferden gehörte, konnte sich die Veranstaltung bis 1970 behaupteten. Drei Jahre später gab es noch einmal ein Tonnenabschlagen, dass anlässlich der Dreharbeiten für den DEFA Film „Inselsommer“ abgehalten wurde.
Durch die Initiative langjähriger Reiter wie Paul Borgwardt und Fritz Kaufmann gründete sich der Prerower Tonnenbund am 1. Dezember 1984 neu. Dem Wunsch vieler Dorfbewohner entsprechend gab es im Sommer darauf endlich wieder eine Veranstaltung. Diese wird seitdem ohne Unterbrechung durchführt und findet stets am letzten Juliwochenende statt.

 
 

Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte nahm die Ausrichtung des Bezirkstonnenfestes im vergangenen Jahr ein. Der gemeinsame Wettstreit der fünf Reitervereine von Darß und Fischland, der erstmalig 1927 in Prerow ausgetragen wurde, beging sein 75-jähriges Jubiläum.
 

 

Zu diesem historischen Anlass stiftete der Prerower Tonnenbund eine „Bezirksfahne“, die nun abwechselnd bei allen zukünftigen Bezirkstonnenfesten präsent sein wird. Dabei steht sie für den Zusammenhalt unserer Dörfer im Rahmen einer alten und schönen Tradition.

Heute zählt der „Reitertonnenbund Prerow e. V.“ etwa 80 aktive und 10 Ehrenmitglieder. Die Tendenz ist steigend. Dabei ist besonders erfreulich, dass sich in letzter Zeit viele junge Leute dem Verein angeschlossen haben. Ein gelungener Jahresabschluss ist die Durchführung einer Hubertusjagd. Hierzu sind alle Helfer und Sponsoren eingeladen, ohne deren bereitwillige Unterstützung die Durchführung unseres Tonnenfestes undenkbar ist.


Wegen des regen Zuspruchs ist das Kindertonnenabschlagen ein fester Bestandteil auf vielen Prerower Veranstaltungen geworden. Egal ob Tonnen-, Seebrücken- oder Museumsfest, alle Kinder können hier mitmachen. Kleine Tonnenknüppel und interessante Preise liegen bereit.

 

 

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